Seit 2024 entfernt Kleinanzeigen Schritt für Schritt genau die Informationen, die für sichere Transaktionen entscheidend sind:
- zuerst die Antwortrate,
- dann die Gesamtzahl aller jemals veröffentlichten Anzeigen,
- und jetzt auch noch die Antwortzeit.
Diese Daten waren nie perfekt, aber sie waren echte Verhaltensindikatoren, die uns halfen, zwischen zuverlässigen und problematischen Nutzern zu unterscheiden. Genau diese Transparenz ist in einem Marktplatz mit extrem vielen Betrugsversuchen eigentlich unverzichtbar.
Statt diese Funktionen zu verbessern oder ein zeitgemäßes Bewertungssystem einzuführen (mit Textbewertungen, sichtbaren Rezensenten, nachvollziehbarer Historie usw.), werden sie einfach abgeschafft. Gleichzeitig kommen neue Features, die für die meisten Nutzer keinen Sicherheitsgewinn bringen.
Für mich entsteht der Eindruck, dass Kleinanzeigen die Nutzer eher „blind“ machen möchte, und damit indirekt die Nutzung der kostenpflichtigen Käuferschutz‑Option attraktiver wird. Wenn ich als Käufer immer weniger Informationen über mein Gegenüber habe, steigt natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass ich zu einer bezahlten Absicherung greife.
Das Problem: Weniger Transparenz bestraft die guten, schnellen, ehrlichen Nutzer, und belohnt die schlechten. Wer zuverlässig antwortet, viele Anzeigen seriös abgewickelt hat oder seit Jahren aktiv ist, kann das nicht mehr zeigen. Gleichzeitig können neue oder unseriöse Accounts leichter Vertrauen simulieren.
Ich würde mir wünschen, dass Kleinanzeigen endlich in ein modernes, nachvollziehbares Bewertungssystem investiert, statt immer mehr nützliche Informationen zu entfernen und die Community im Dunkeln stehen zu lassen.

