Die Verschlechterung der Plattform und der Nutzererfahrung auf Kleinanzeigen.de hat inzwischen alarmierende Ausmaße erreicht

Heute stammten 50% der Nachrichten, die wir erhalten haben, von Betrügern, alle mit exakt demselben Muster: ausschließlich daran interessiert, unsere PayPal‑Daten zu bekommen.

Genervt von dieser Situation habe ich beschlossen, Quellen zu prüfen, in denen Bewertungen verifiziert sind: Apple Store und Google Play. Zusätzlich habe ich Trustpilot einbezogen.

Um Verzerrungen zu vermeiden, habe ich die letzten 100 Bewertungen jeder Plattform ausgewertet.

Die Ergebnisse sprechen für sich:

Bei Apple entspricht der Rückgang einer Verschlechterung von 55 % im Vergleich zur Gesamtbewertung. Und die Texte der Rezensionen sind noch deutlicher: Die Nutzerinnen und Nutzer sind erschöpft vom fehlenden Service, der Flut an Drittanbieter‑Werbung, den ständigen technischen Problemen und der allgegenwärtigen Betrugsmasche.

Gleichzeitig konzentriert sich CEO Paul Heimann in aktuellen Interviews ausschließlich darauf, die Plattform noch aggressiver zu monetarisieren …

Wenn man etwas tiefer schaut, wird klar, dass der Hauptfokus auf der maximalen Ausschöpfung der Nutzerdaten liegt – inzwischen mit einem neuen externen Partner: Kevel.

Kleinanzeigen überschreitet rote Linien, die sehr teuer werden können. Erst vor wenigen Tagen wurde die Plattform wegen Unregelmäßigkeiten beim Dienst „Sicher bezahlen“ (in Kooperation mit OPP) verklagt.

Die Daten lügen nicht. Und die Nutzerinnen und Nutzer auch nicht.

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Für eine aggressive Monetarisierung wird Kleinanzeigen allerdings wenig können, da die Eigentümer die Richtung bestimmen. Und das war zuletzt eBay, Adevinta und nun Pimera und Blackstone. Ob die Strategie aufgeht, bleibt fraglich! Ich kann mir gut vorstellen, dass mit Kleinanzeigen Geld verdient werden kann, aber das muss im Einklang mit “Nachhaltig” stehen.

Wie ich schon oft geschrieben habe: Wo sind die Alternativen?

Die Bewertungen und Zahlen können gegen das Unternehmen sprechen, doch wenn ich auf mein Umfeld, Freunde & Familie schaue, dann ist da Kleinanzeigen fest etabliert und wird regelmäßig genutzt. Die Happy-Nutzer werden wsl. wenig auf schlechte Bewertungen geben.

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Es stimmt, dass Private‑Equity‑Eigentümer die strategische Richtung vorgeben, aber genau das erklärt ja die zunehmende Monetarisierung. Die Daten zeigen einen deutlichen Einbruch der Nutzerzufriedenheit, während andere europäische Plattformen wie Leboncoin mit über 260.000 Bewertungen stabile 4,5 Sterne halten. Das beweist: Das Kleinanzeigen‑Modell an sich ist nicht das Problem. Die eigentliche Frage lautet nicht „Gibt es Alternativen?“, sondern „Warum schneidet Kleinanzeigen im Vergleich so schlecht ab?“ Die Zahlen sprechen eine klare Sprache.

Aus Nutzersicht ist es mir ehrlich gesagt völlig egal, ob Kleinanzeigen eBay, einem Hedgefonds oder dem Staat gehört. Was für mich zählt, ist etwas anderes: Ich zahle rund 4.000 EUR im Jahr für einen Service, und ich erwarte Leistung. Wenn ich jedes Jahr mehr bezahle und gleichzeitig weniger bekomme, weniger Sichtbarkeit, weniger Support, weniger Zuverlässigkeit, dann habe ich ein Problem. Und wenn die Plattform Preissteigerungen mit „besserer Sichtbarkeit und neuen Funktionen“ begründet, die Sichtbarkeit aber schlechter wird und die „neuen Funktionen“ kaum mehr als Spielereien sind, dann reden wir nicht mehr über Strategie. Dann reden wir über Ethik und Vertrauen. Ich bin kein Berufs‑Nörgler, ich bin ein verärgerter Kunde mit sehr vielen Daten.

Ja, Kleinanzeigen hat in Deutschland ein Nischen‑Monopol. Aber für professionelle Verkäufer gibt es im E‑Commerce‑Umfeld zahlreiche Alternativen. Das Problem ist nicht der Mangel an Optionen, das Problem ist, dass Kleinanzeigen offenbar stärker daran interessiert ist, mit Nutzerdaten zu handeln, als einen verlässlichen, hochwertigen Service zu bieten. Das scheint das einzige Spiel zu sein, das wirklich zählt.

Und wir wissen, dass zufriedene Kunden sehr wohl gute Bewertungen hinterlassen, sogar innerhalb der Adevinta‑Gruppe. Wenn andere Plattformen das schaffen, warum schafft Kleinanzeigen es nicht? Diese Frage sollte Paul Heimann beantworten. Statt sich der Kritik zu stellen, werden jedoch Leistungsdaten versteckt und Partnerschaften mit Transparenz‑Anbietern wie IVW oder Statista beendet.

Wenn der Service stark ist, ist Transparenz ein Vorteil. Wenn der Service schwach ist, wird Transparenz zum Risiko. Die jüngsten Entscheidungen von Kleinanzeigen machen leider sehr deutlich, in welche Kategorie sie fallen.

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P.S. Vielleicht ist es auch kein Zufall, dass ausgerechnet zwei Schlüsselpersonen, die für Vertrauen, Transparenz und Nutzerkommunikation verantwortlich waren (die CMO und der Head of Communications) Kleinanzeigen in den vergangenen Monaten verlassen haben. Solche Abgänge passieren selten ohne Grund.

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Heute, am 22. Januar 2026, ist ein historischer Tag für Kleinanzeigen auf Trustpilot.
Kleinanzeigen.de hat endlich geschafft, was lange unmöglich schien: Die Plattform hat nun dieselbe Bewertung erreicht wie die alte Domain eBay‑Kleinanzeigen.de. Beide stehen jetzt stolz bei 1,1 Sternen.

Der Weg dorthin war nicht leicht, aber Kleinanzeigen hat durchgehalten. Ein echtes Meisterstück in konsequenter Service‑Allergie und maximaler Intransparenz.

Und das Schönste daran? Kleinanzeigen gehört zu den ganz wenigen Unternehmen der gesamten Branche, die es nicht einmal für nötig halten, ihre eigene Trustpilot‑Domain zu beanspruchen. Ein perfektes Sinnbild für ihr Engagement in allen Bereichen, die nicht den Nutzern dienen.

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