ihr habt es vielleicht auch schon gelesen, Kleinanzeigen analysiert nun eure Nachrichten mit KI um wahrscheinlich in Zukunft Antwortvorschläge zu unterbreiten. Die Option ist standardmäßig eingeschaltet. Ab dem Kleinanzeigen Pro Power Paket gibt es das Feature schon und nennt sich „Antwortvorschläge“. Ob und wann es für Privat kommt, bleibt abzuwarten.
Es gibt auch schon erste Beiträge, wie man das in seinem Account abschaltet:
Was denkt ihr zu der Funktion? Soll in Zukunft die KI Nachrichten beantworten?
Ein sinnvolles Szenario könnte sein, dass wenn Nutzer etwas fragen, was schon in der Beschreibung steht, dann kann die KI das direkt beantworten und man muss nicht wie so oft darauf verweisen, dass doch bitte die Beschreibung gelesen werden soll
Sie sammeln Daten [1], also nicht nur Adressen, Telefonnummern, sondern darüber hinaus Interessensgebiete, Beruf, Arbeitgeber, Mobilität/Auto verfügbar, Bezahlweise, Zeitpunkte der Abholung, Sprachkenntnisse, usw.. Ziel: Kategorisierung der Person hinter dem Account, denn diese Daten lassen sich gewinnbringend weiterverkaufen. Je mehr Details, desto wertvoller. Irgendwie muß Kleinanzeigen.de seinen Betrieb finanzieren, wenn denn der ganze Privatbereich wenig direkte Einnahmen bringt.
Ansonsten selbstverständlich bei Netzpolitik_org: Databroker Files - netzpolitik.org (Das dortige Tschendern muß man notfalls ignorieren ;-( Irgendwann werden auch sie damit aufhören.).
Dort ging es relativ häufig um die Standortweitergabe, die hauptsächlich die Nutzer der Äpp auf ihrem Schlaufernsprecher angeht, aber eben auch um mehr, Stichwort: Profilbildung zu Werbezwecken.
Ist das nur bei mir so, daß ich diesen Text von kleinanzeigen_de nicht angezeigt bekomme?
[1] In meiner Erinnerung war das z.B. für Google die Motivation ihren Email-Dienst Gmail anzubieten: sie werten die Email-Texte aus und erhalten zusätzlich eine Datensammlung „wer kennt wen“. Aber auch Web_de und GMX sind kein bißchen besser.
Daraus: „Üblicherweise erlaubt die DSGVO Verarbeitung für bestimmte Zwecke (z.B. Rechnungslegung oder Betrugsprävention). Der nun vorgeschlagene Artikel 88c (bzw. 88bis) legitimiert jedoch jegliche Art von Künstliche Intelligenz an sich, unabhängig davon, für welchen Zweck man sie einsetzt. Der Artikel könnte damit auch beispielsweise Training und Nutzung von KI für Manipulation, Desinformation oder Killer-Drohnen erlauben – und damit weit über die bisher legale Nutzung hinausgehen. Im Vorschlag wird nämlich jegliche Datenverarbeitung „im Rahmen von KI“ als „berechtigtes Interesse“ definiert, dass die Grundrechte der Europäer:innen übertreffen soll. Mit absurden Resultaten: Datenverarbeitung für Werbung ohne Einwilligung ist etwa illegal in der EU - würde man nun Werbung mittels KI-Technologie personalisieren, wäre es plötzlich ein „legitimes Interesse“ und damit wohl legal.“
„Die rechtliche Anerkennung des Trainings von KI-Modellen mit personenbezogenen Daten als „berechtigtes Interesse“ ist eine zentrale Forderung der Tech-Lobby in Deutschland und Europa.“
Und jetzt eine gedankliche Fortführung der KI-Auswertung und -Kategorisierung jedes Einzelnen: eine „KI“ könnte entscheiden, wer welche Anzeigen bei kleinanzeigen_de oder auf anderen Plattformen angezeigt bekommt. Bei Hotelbuchungsplattformen ist so was Ähnliches schon lange üblich, auch ohne „KI“. Allerdings weiß „man“ bisher nur, daß der individuelle Preis des Angebots im Wesentlichen davon abhängt, mit welchem Endgerät, mit welcher Web-Browser-Einstellung, zu welchem Zeitpunkt und von welchem Ort man das Angebot anschaut. Eine KI, die ihre Daten aus vielen Quellen zusammenführt (nichts anderes machen Google, Facebook, Cloudflare, u.a. schon seit Jahren) kann dafür umfassendere Beurteilungen liefern als eine einzige Plattform innerhalb ihres „Tellerrands“.
Will man ein paar weltweit agierende Plattformen, die eine soziale Kontrolle ausüben? China 2.0 überall?